
Der „Tag gegen Rassismus“ ist seit Jahren fester Bestandteil des „Placida“-Schuljahres – und ist doch immer wieder anders.
In diesem Jahr hatte sich das Organisationsteam viel Input und kreative Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler überlegt. Zunächst sah die gesamte Schulgemeinde den preisgekrönten Film „Das Leben ist schön“ in der Schützenhalle St. Hubertus.

Schulleiterin Gaby Petry begrüßte Lehrer und Schüler an diesem „historisch bedeutsamen Tag“: Nicht nur, dass vor 78 Jahren die Reichspogromnacht in Deutschland stattfand, – just an diesem Morgen hatte in den USA Donald Trump nach einem von ihm in hohen Maße populistisch geführten Wahlkampf das Präsidentenamt erlangt.
Schulsozialarbeiterin Irina Rebbe schlug dann auch den Bogen von den Geschehnissen vor fast 80 Jahren zu heute. „Wie konnte das damals passieren? ist eine immer wieder gestellte Frage. Und wieso ist Populismus so gefährlich? Angst lautet, so Irina Rebbe, das Stichwort. Damals wie heute wurde bei den Menschen gezielt Angst geschürt. Und: diese „Angst hat noch nie zu etwas Gutem geführt“.

Deshalb stand der diesjährige „Tag gegen Rassismus“ unter dem Motto „Das Leben ist schön“. Angst etwas entgegensetzten, das war die Grundidee für die Gestaltung dieses Tages. Dazu trug der Oscar-prämierte Film „Das Leben ist schön“ von und mit Roberto Benigni bei. Die Geschichte: Ein jüdischer Vater will im Konzentrationslager verhindern, dass sein kleiner Sohn Angst hat. So hat er die Idee, aus dem Ganzen ein spannendes Spiel zu machen, um dessen Leben zu retten.
116 Minuten lang schauten die Schüler gespannt den Film aus dem Jahr 1997. Am Ende: spontaner Applaus.
Zurück in der Schule schöpften die Schüler Kreativität aus dem gerade Gesehenen. In Kleingruppen gestalteten sie Fahnen, die ausdrückten, was für sie das Leben schön macht. Mit Acrylfarbe gingen alle ans Werk und drückten so mit Motiven, Versen, Farben und Formen ihre Vorstellungen, Gefühle und Wünsche aus. „Frieden“, „Familie“, Freundschaft und Gemeinschaft“, der liebste Sportverein, ein Regenbogen – viele schöne Dinge findet der Betrachter auf den Fahnen.

Und so setzt das „Placida“ Zeichen. Zeichen gegen die Angst, gegen Populismus, Fanatismus und Rassismus – und insbesondere Zeichen für das Leben: bunt, spannend, vielfältig und immer wieder herausfordernd aufregend.
Als auch äußeres Zeichen, dass das „Placida“ eine Schule ohne Rassismus ist, wurden die Fahnen an der Außenfassade des Berufskollegs weithin sichtbar aufgehängt. Sie erinnern eine hoffentlich lange Zeit an das Positive im Leben.
Seit 2012 ist das „Placida“ eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und führt zu diesem Thema jedes Jahr Aktionen durch.
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